16. Januar 2011
Das Vorstellungsgespräch ist wider erwarten hervorragend gelaufen. Hatte die Zusage einer festen Stelle in der Tasche, was an sich schon fast an ein Wunder grenzt. War nur an ein paar Bedingungen geknüpft. Um die Stelle zu bekommen, musste ich den Führerschein und den Abschlusslehrgang zum Rettungssanitäter bestehen. Also entspannt geht man da in keine Prüfung rein… Und für ein Wiederholen einer der Prüfungen war keine Zeit. Nun, ich bin jetzt seit knapp 1,5 Monaten auf der Rettungswache angestellt.
Zwar nicht auf meiner Wunschwache, aber es klappt gut hier. Besser als erwartet. Wurde von eigentlich allen akzeptiert und werde auch respektiert - die Kollegen sehen, dass ich was kann, dass ich mir Mühe gebe und weiterkommen will, besser werden will.
Nur die Kollegin bereitet etwas Schwierigkeiten. Die einzige Kollegin, die ich dort habe. Der Begriff “Stutenbissigkeit” kommt hier voll zum Tragen. Nur leider findet sie kaum Angriffspunkte. Was es für sie natürlich noch schwerer macht. So muss sie Sachen erfinden, womit sie sich selbst das Leben schwer macht, da die Kollegin sie kennen und mich kennen und sie ihr damit keinen Glauben schenken. Sie schneidet sich somit selbst ins Fleisch - und merkt es nicht.
Nunja, ich werde sie nicht darauf aufmerksam machen.
Nun bin ich hier, die Arbeit macht mir Spaß, ich kann mich selbst verwirklichen, mache unglaubliche Fortschritte (was auch gesehen wird) und es ist einfach toll.
So langsam scheint es das Glück wieder etwas besser mit mir zu meinen. Mal sehen, wie es weiter geht.
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6. November 2010
bin total aufgeregt. Habe eine Einladung zum Vorstellungsgespräch bekommen. Kann es tatsächlich sein, dass mein Traum Wirklichkeit wird???
Es wäre soo schön. Fast zu schön um wahr zu sein. Ein Job, der mir unglaublich viel bedeuten würde mit Kollegen, die mir viel bedeuten und die echt schätzen gelernt habe und mich einfach unheimlich wohl fühle.
Es wäre so toll, wenn es klappen würde.
Bis zur Entscheidug habe ich noch einiges zu tun. An der Ausbildung basteln, den LKW-Führerschein fertig machen. Und natürlich auf das Vorstellungsgespräch vorbereiten.
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26. September 2010
Nun ist es vorbei. Der Vertrag ist läuft aus, gestern hatte ich meinen letzten Tag auf der Rettungswache. Die zwei Monate sind wahnsinnig schnell vorübergegangen. Kommt mir eher vor wie höchstens 2 Wochen. Aber, ob ich es nun glauben kann oder nicht, es waren tatsächlich 8 Wochen. 8 wunderbare Wochen. 8 phänomenale Wochen.
Wenn ich zurück schaue und versuche, ein Fazit zu ziehen, dann fällt das durchweg positiv aus.
Zum einen hat die Arbeit unheimlich Spaß gemacht. Die Zusammenarbeit bei den Notfällen war super. Ich hatte die Chance, mich zu beweisen, und habe offensichtlich gut gemacht. Anscheinend bin ich gut bei den Kollegen angekommen. Und das durchwegs bei allen. Sie haben mich akzeptiert und integriert. Schon das alleine hat für mich einen unglaublichen Wert. Zu sehen, dass ich angenommen, gemocht und unterstützt werde, und zwar so, wie ich bin, ohne mich zu verstellen. Sie kannten mich alle nicht. Kein einziger. Und am Ende waren alle traurig, dass ich gehen musste. Durchweg alle haben zum Ausdruck gebracht, dass sie hoffen, dass ich bald mal wieder kommen, und dass sie sich freuen würden, wenn es mit dem festen Vertrag auf dieser Wache klappt.
Zudem konnte ich zeigen, dass ich was kann. Dass ich gut mit Patienten umgehen kann und auch bei Notfällen nicht die Nerven verliere, sondern ruhig bleibe und meine Arbeit gut mache. Habe des Öfteren ein Lob zu hören bekommen. Das tut so unglaublich gut.
Zudem habe ich zwei gefunden, die mich bei meiner Zukunft im Rettungsdienst richtig unterstützen und helfen, wo sie können. Das ist viel wert. Sehr viel. Und einer unterstützt und hilft mir in allen Lebenslagen. Ich glaube, dass das eine sehr gute und wichtige Bekanntschaft ist. Hatten schon einige sehr sehr interessante Gespräche. Und er hat mir zugesagt, dass ich ihn jederzeit anrufen kann, wenn ich bei irgendwas hilfe brauche, sei das nun bezüglich Rettungsdienst oder auch privat. Ein sehr netter Mensch. Ich bin sehr froh, dass ich ihn kennengelernt habe. Unglaublich froh.
Es war eine Hammer Zeit. Und ich hoffe, dass das mit dem festen Vertrag auf dieser Wache klappt. Das wäre einfach genial. Super nette Kollegen und die Arbeit ist sowieso klasse. Ich hoffe es so sehr. So so so sehr….
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22. September 2010
Immer diese Zweifel. Die machen einem das Leben echt schwer. Die Entscheidung ist gefallen, die Entscheidung gegen das Studium und für den Rettungsdienst. Doch die Zweifel sind da. Eigentlich weiß ich, dass es das richtige für mich ist. Ich weiß, dass ich damit glücklich werden kann und nur damit. Und trotzdem diese Zweifel.
Wie kriege ich die los???
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29. August 2010
“Wenn Du Dinge erreichen möchtest, die Du noch nie erreicht hast, mußt Du Dinge tun, die Du noch nie getan hast.”
(Nossrat Peseschkian)
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23. August 2010
So, wie schnell sich doch alles ändern kann. Mittlerweile sind die Pläne für das Studium allesamt über den Haufen geworfen. Ich werde nicht studieren gehen. Ich hoffe, dass das die richtige Entscheidung ist.
Stattdessen werde ich meinen Rettungssanitäter fertig machen und anschließend die Ausbildung zum Rettungsassistenten machen.
Diesbezüglich habe ich sehr viel, sehr positives Feedback bekommen. Zur Zeit arbeite ich sowieso im Rettungsdienst und das tägliche Arbeiten dort hat mir einfach klar gezeigt, dass das das ist, was ich eigentlich möchte. Ich bin direkt beim Menschen, kann versuchen, ihnen eine schwierige Situation so erträglich wie möglich machen, und nebenbei Lebenserhaltende Maßnahmen ergreifen.
Zudem kann ich damit später einmal das machen, wovon ich immer geträumt habe, aber eigentlich schon die Hoffnung aufgegeben habe: ich kann mit dieser Ausbildung in die Entwicklungshilfe gehen und in Krisen- und Katastrophengebiete.
Gibt es etwas besseres, als das Hobby zum Beruf zu machen??? Wohl nicht viel!
Somit habe ich es mal wieder hinbekommen, kurz vor knapp alle Pläne umzuschmeißen und alles neu zu planen.
Ein paar Dinge müssen allerdings noch erledigt und in Erfahrung gebracht werden.
In diesem Sinne,
bis Bald
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2. August 2010
Nun ist einige Zeit ins Land gestrichen und viel Wasser in jedem Fluss vorübergelaufen, seit ich das letzte mal hier etwas geschrieben habe. Was hat sich seitdem Verändert? Sehr viel. Wirklich sehr viel!
Die vier Wochen Lehrgang gingen sehr schnell vorüber. Habe dort einige sehr nette Menschen kennengelernt, mit denen ich noch immer in Kontakt stehe. Es war eine super tolle Zeit. Natürlich sehr lehrreich und ich denke, der Lehrgang bringt mich in den Einsätzen auf jeden Fall weiter, und wenn er mir nur Sicherheit bringt, aber auch der Spaß-Faktor kam nicht zu kurz. Faszinierend ist auch, wie gut man Menschen in vier Wochen kennenlernen kann, wenn man mehr oder minder Tag und Nacht miteinander verbringt und mit unter die halbe Nacht DVDs anschaut oder in Biergärten geht oder oder oder. Aber auch die Lerngruppen waren super. Dort habe ich auch eine ganz neue Erfahrung gemacht: ich habe gesehen, dass ich schon sehr viel kann und den anderen viel erklären konnte. Diese das auch sehr gerne und auch oft in Anspruch genommen haben. Auch wurde mir mehrfach gesagt, dass ich gut erklären kann. Es war schön, nicht immer selbst diejenige zu sein, die die anderen mit Fragen löchert, sondern auch einmal anders herum. Eine ganz neue Erfahrung eben.
Habe dort auch sehr viel an Selbstbewusstsein erlangt. Zum einen konnte ich offen reingehen, weil ich niemanden kannte, zum anderen aber auch durch die sehr positive Resonanz und das Feedback. Zudem wusste ich sehr viel schon vorher, das wurde mir einfach richtig bewusst und es wurde auch geschätzt und gewürdigt. Nicht zuletzt habe ich den Lehrgang als Beste von knapp 40 Teilnehmern abgeschlossen. Das tut dem Ego so richtig gut.
Seitdem sind nun auch wieder ein paar Wochen vergangen. Was ist da so geschehen? Auch nicht gerade wenig. Zuerst war ich eine Weile bei der Lebenshilfe als Ferienarbeiter und gleichzeitig Praktikantin, um die Arbeit mit körperlich und geistig behinderten Menschen kennenzulernen. Das war wirklich sehr interessant und ich kam auch wunderbar mit allen zurecht. Aber ich denke auf Dauer, so als wirkliche Arbeit wäre es wohl nichts für mich, da es doch recht anstrengend ist. Das muss einem einfach liegen.
Anschließend war ich für einige Schichten auf zwei Rettungswachen, ehrenamtlich und heute hatte ich meinen ersten Arbeitstag als Hauptamtliche im Rettungsdienst. So schnell kann es gehen. Habe einen Zeitvertrag, der genau bis zu Beginn des Studiums geht, also bis Ende September.
Und weil das nicht genügt, mache ich noch weitere Schichten ehrenamtlich auf der Notfallrettung, um meine Protokolle für den Rettungssanitäter zusammenzubekommen. Ja, und ganz nebenbei mache ich noch den großen LKW Führerschein, damit ich dann den großen Rettungswagen fahren darf. Die neue Ausführung ist ja leider so schwer, dass man sie mit dem normalen B-Führerschein nicht fahren darf.
Nun, ich denke nicht, dass mir in den nächsten 8 Wochen langweilig wird… Und damit ich morgen wieder fit bin, gehe ich jetzt ins Bett, darf schließlich um 5:30Uhr aufstehen.
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6. Juni 2010
Auf nach Augsburg. Morgen geht es los und dann bin ich vier Wochen lang auf Lehrgang. Am Ende darf ich mich dann Rettungsdiensthelfer nennen, kurz RDH. Bin schon gespannt, gehe stehe dem Ganzen derzeit aber mit gemischten Gefühlen entgegen. Das liegt einfach daran, dass ich keinen kenne. Aber momentan siegt die Vorfreude, dass es jetzt endlich losgeht. Die erste Etappe in Richtung Rettungssanitäterin.
Was mich dennoch etwas skeptisch bleiben lässt, ist die Tatsache, dass das ein Lehrgang für die Zivis ist, ich also zum einen die einzige Frau sein werde und zum anderen einen ganz anderen Wissensstand habe, einfach weil ich seit drei Jahren beim roten Kreuz bin, viel im Rettungsdienst fahre und mittlerweile einfach schon einiges gesehen habe. Zudem bin ich mit dem Lehrbuch jetzt durch, bevor der Lehrgang überhaupt angefangen hat. Und die meisten Zivis haben noch nicht einmal den großen Erste Hilfe Kurs. Nunja, der Anfang wird wohl etwas langweilig werden. Wir werden sehen.
Jetzt werde ich jedenfalls mal meine Sachen packen und versuchen, die Nerven zu bewahren. Und natürlich hoffen, dass ich morgen wieder fit bin, die letzte Woche liegt mir noch ziehmlich in den Knochen - 4 Tage nacheinander Sanitätsdienst, jeweils 8-12 Stunden und nur sehr wenig Schlaf dazwischen. Wann auch, wenn man die ganze Nacht unterwegs ist…
Und ich werde hoffen, dass ich die Tage wieder etwas von dem werten Herren hören werde. Mal sehen
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1. Juni 2010
…und behaupte das Gegenteil. Selten habe ich mich so gefreut, falsch zu liegen. Vielleicht ist es manchmal doch nicht so verkehrt, einfach mal die Initiative zu ergreifen. Auch auf die Gefahr hin, auf die Nase zu fallen. Meiner Nase geht es übrigends sehr gut. 
Fast zwei Stunden haben wir telefoniert und es kam mir vor, wie höchstens eine halbe Stunde - ihm übrigends auch. Ist das nicht toll!!!
Ach ja, nun denn, mal sehen, wie das ganze weiter geht. Er scheint echt super in Ordnung zu sein.
Warum ich das Ganze in die Kategorie “Die Liebe” stecke? Weil so stimmt das ja eigentlich nicht. Ist aber anunflüssig ganz einfach: ich finde keine bessere Beschreibung dafür. Eine Kategorie mit dem Namen “Interesse am anderen Geschlecht” ist ja wohl doch ein bisschen sehr bescheuert.
Und deswegen so.
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29. Mai 2010
Seit über zwei Wochen warte ich nun auf eine Antwort von ihm. Irgendeine Reaktion. Vergeblich. Da kommt leider nichts mehr.
Anscheinend war`s das dann. Schade. Hätte ihn gerne besser kennengelernt. Er scheint wirklich sehr nett zu sein und ähnliche Interessen haben wir ja auch. Aber das reicht wohl nicht. Wenn ich nur wüsste, woran es liegt. Ob ich ihn mal danach fragen soll? Ich weiß nicht. Vielleicht bin ich auch einfach zu schüchtern und er wartet darauf, dass ich die Initiative ergreife.
Blöd, wenn man schüchtern und zurückhaltend ist. Das macht so vieles viel schwerer. Vielleicht sollte ich doch noch einmal die Initiative ergreifen, ich habe das Gefühl, dass er es wert wäre…
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